Geführt wurde die Gruppe vom Verein Schutzbauten Stuttgart e.V., der sich der Geschichte des zivilen Luftschutzes im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg widmet und den Bunker als Museum betreibt.


Durch eine schwere Stahltür ging es hinab in die Tiefe. Über ein verschachteltes System weiterer schwerer Schutztüren und Zwischenkammern gelangte man in den Aufenthaltsbereich. Unten offenbarte sich ein eindrucksvolles Stück Stadtgeschichte: Der 1941 erbaute Bunker bietet auf 1.890 Quadratmetern Sitz- und Schlafmöglichkeiten für 1.172 Personen – gerade einmal 1,61 Quadratmeter pro Person. Schnell wurde klar: Hier stand nicht das Leben im Vordergrund, sondern das Überleben. Im Zweiten Weltkrieg drängten sich bei Fliegeralarm oft noch deutlich mehr – bis zu 2500 – Menschen in die engen Gänge, mit kaum mehr als minimaler medizinischer Versorgung.


Der Bunker überdauerte das Kriegsende und blieb in Nutzung: Zwischen 1946 und 1961 diente er als Notunterkunft für ausgebombte Stuttgarter und Flüchtlinge, von denen manche über Jahre dort lebten. In den Jahren 1971 bis 1974 wurde die Anlage schließlich für den Kalten Krieg ertüchtigt – mit Lüftungsanlage, eigenem Generator und autarker Wasserversorgung, ausgelegt für einen Langzeitaufenthalt im Falle eines Atomangriffs. Seit 2013 steht der Tiefbunker unter Denkmalschutz.

Die Bunkerführung war der gelungene Auftakt einer Reihe von Mitgliederangeboten des Fördervereins. Als Nächstes steht bereits eine gemeinsame Radausfahrt am 12. Juni auf dem Programm. Wer noch nicht dabei ist: Eine Mitgliedschaft ist unkompliziert und mit einem geringen Jahresbeitrag verbunden – und ermöglicht die Teilnahme an allen zukünftigen Aktivitäten. Den Aufnahmebogen findet ihr im Intranet, im Internet unter www.fv-pps.de oder bei der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit.